
Über uns
Die heutige Evangelische Kirchengemeinde Mutschelbach wurde am 1. Mai 1979 aus den ehemaligen Filialgemeinden Ober- und Untermutschelbach gebildet. Bis dahin gehörten die Ortsteile zu unterschiedlichen Kirchenbezirken, Obermutschelbach zu Nöttingen und Untermutschelbach zu Palmbach. Zeitweilig verlief zwischen den Ortsteilen sogar die Landesgrenze von Baden und Württemberg.
Die Entwicklung Mutschelbachs wurde durch die Ansiedlung von Flüchtlingen aus den Waldensertälern westlich von Turin 1701 entscheidend geprägt.
Die Glaubensflüchtlinge aus Piemont und Savoyen ließen sich während der damaligen Kriege im stark mitgenommenen Untermutschelbach nieder. Sie erbauten - finanziert von Kollekten aus der Schweiz, Holland und England - ein kleines zunächst hölzernes Gotteshaus. Welches nach der Union der Lutheraner und Reformierten zur Evangl. Landeskirche in Baden 1821, überflüssig und abgebrochen wurde.
Noch heute erinnern Namen wie Balzer, Granget, Konstandin, Berger und Stucky an die waldensische Herkunft etlicher Mitbürger und Mitbürgerinnen.
Der älteste Teil der Waldenserkirche im Unterdorf, der Chorturm, stammt aus dem 15. Jh. Einzelne Bauelemente dürften sogar aus dem 13. Jh. stammen. Dafür spricht, z.B. das romanische Fenster auf der östlichen Seite des Turmes. Während das darüber liegendes Spitzbogenfenster Einflüsse der gotischen Bauweise ebenso überliefert, wie das Kreuzrippengewölbe im Turminnern.
Die Grundsteinlegung der Kirche in Obermutschelbach war am 18. Juli 1926. Im Jahre 1953 folgte der Anbau des Glockenturms und Saals. 2016 wurde die Obere Kirche im Innenbereich komplett renoviert.
Seit der Zusammenlegung der Filialgemeinden ist immer mehr zusammengewachsen, was zuvor in kirchlichen wie politischen Strukturen jahrhundertelang getrennt war. Der Neubau des Evang. Gemeindezentrums in den Jahren 1993-1995 ist ein sichtbares Zeichen dafür.
Das Spendenaufkommen und der hohe Anteil an Eigenarbeit für dieses 2,2 Millionen DM-Projekt waren beispielhaft, und es entwickelte sich nach Jahrhunderten des getrennten Nebeneinanders ein „Wir-Bewusstsein“ innerhalb der Kirchengemeinde.